Die Informationen auf dieser Seite beziehen sich auf die Teilnahme unseres Büros bei einem Wettbewerb um den Neubau eines 7-gruppigen Kindergartens mit Kinderkrippe und Hort.
Situation | Städtebau
Der Standort für die neue Kindertagesstätte liegt im Zentrum des Ortes und wird in Zukunft das untere Ende des Further Bildungshügels darstellen. Der Bauort selbst ist vor allem von einer bewegten Topografie und von seinen schönen naturräumlichen Elementen geprägt. Der große Baumbestand und die Südhanglage mit seinen großzügigen Freiflächen inmitten der Gemeinde verleihen dem Ort seinen Charakter. Die unten angrenzende Lage hin zur Klosterstraße ist für das Gebäude als Ankommenssituation eher unattraktiv, der bereits vorhandene grüne Abschluss mit Einfriedung bildet eine geschützte, inselartige Lage für die Kinder.
Position | Setzung | Adresse
Die beiden neu hinzukommenden Gebäude werden durch ihre Setzung logisch an das vorhandene Ensemble aus bestehender Grundschule und Kindertagesstätte verortet. Der neue Hort positioniert sich als niedriger, halb im Hang eingegrabener Baukörper am Westhang hinter der vorhandenen Kindertagesstätte. Durch diese Lage wird der Hort unaufdringlich an die vorhandene Kita angebunden und bezieht auch die von der Schule kommenden Hortkinder mit ein. Die neue Kindertagesstätte im Süden greift die vorhandene Hanglage auf und nutzt seine Lage aus, um ansprechende und gut belichtete Aufenthaltsräume auf den unterschiedlichen Höhenlagen auszubilden. Durch das Aufgreifen der Hanglage werden zwei Zugänge für das Gebäude geschaffen. Das erste, obere Ankommen liegt auf der Ebene der bestehenden Kinderkrippe und bildet das Hauptankommen aus. Hierdurch kann die bestehende Kita wiederum sinnvoll an den Neubau angebunden wird. Der zweite Zugang von der Klosterstraße aus bildet den Personaleingang mit Parkplatz.
Architektur | Räumliche Gestaltung
Beide Baukörper reagieren in ihrer Ausformulierung auf die bestehende Situation und greifen die Hanglage als räumliches Potential auf. Beide Gebäude nehmen sich zunächst zurück. Das Hort-Gebäude spannt einen Freibereich in Form eines Werkhofes auf, welcher sich in den Hang gräbt und so einen geschützten Raum ausbildet. Die Kindertagesstätte setzt sich durch den Rücksprung von der unten angrenzenden Klosterstraße zurück und spannt ebenfalls einen großen Freiraum auf, was dem Gebäude einen notwendigen Abstand gibt. Dabei greift und verzahnt es sich immer wieder mit dem vorhandenen Hang, um interessante Räume und Situationen auf den verschiedenen Ebenen herzustellen. Die Gruppenräume sind zum Westhang (Hort) und Südhang (Kita) hin ausgerichtet. Die Räume in der Kita staffeln sich mit ihren großen Fensterfronten der Höhe nach, sodass von jedem Geschoss aus ein schöner Weitblick auf den großen Freiraum, die Bäume und auf das Further Tal vorhanden ist. Die Grünraum-Kulisse, die vorgelagerten Terrassen sowie die Innenraumgestaltung mit großem Sichtholz-Anteil stellen einen klaren Bezug zur Natur und zum Material Holz her, das mit seinen haptischen Eigenschaften eine angenehme Atmosphäre im Alltag der Kinder erzeugt. Die vorgelagerten Fallarm-Markisen können je nach Raum beliebig verstellt werden und dienen im Sommer als Wärmeschutz. Die farbige Gestaltung der Markisen ist freundlich und kindergerecht.
Konstruktion | Energie | Ökobilanz
Der Neubau ist in hybrider Bauweise konzipiert. Alle Bereiche die in den Hang eingreifen sind aus Stahlbeton, ebenso wie die Geschossdecken. Alle weiteren tragenden Außen- und Innenwände sind aus vorgefertigten, hochwärmegedämmten Brettsperrholz-Elementen konstruiert, die sowohl in Sichtholz als auch beplankt mit zusätzlicher Installationsebene zum Einsatz kommen. Die räumliche Qualität des Holzes und deren Haptik ergänzt ich durch die messbaren Kriterien des Baustoffes wie schadstoffarmer Raumluft und einer hervorragenden Ökobilanz.